"Corona als Weckruf: Warum wir doch noch zu retten sind" – ein versöhnlich geschriebenes Buch von Rüdiger Dahlke

Dieser Text ist eine Rezension des Buches "Corona als Weckruf" von Rüdiger Dahlke"

Wie auch viele andere Bücher von Rüdiger Dahlke ist auch dieses voll von Querverweisen. Vieles wiederholt sich. Das kennen seine Leser bereits schon. Er steht aber zu den Wiederholungen im Sinne seiner Inspiration. Das sei ihm gegönnt.
In diesem Buch tritt Dahlke weniger bissig auf als sonst. Wahrscheinlich ist es seiner Erkenntnis geschuldet, dass ihm noch nicht gelungen ist, genug Menschen zu inspirieren. Manipulieren ist Tabu. Und da bin ich voll bei ihm. Daher hoffe ich, dass diese neue, versöhnlichere Art Früchte trägt und gestehe sie ihm auch zu, auch wenn es etwas ungewohnt ist und ich den radikalen Hammer einfach schon immer sehr geschätzt habe.
Sehr treffend finde ich die Analyse der verschiedenen Corona-"Fraktionen" und wie sie alle zur Situation beitragen, wie wir sie heute haben. Dahlke führt jede Angst, ob vor Erkrankung, vor der Ohnmacht durch politische Entscheidungen oder vor wirtschaftlichen Konsequenzen, auf die ursächliche Todesangst zurück. Damit folgt er Daniele Ganser, den er auch erwähnt. Diese Erkenntnis stammt allerdings sicherlich aus seiner therapeutischen Arbeit und ich kann sie aus meiner therapeutischen Arbeit ebenfalls bestätigen. Das heißt, die Zeiten laden uns dazu ein, sich unseren Existenz- und Todesängsten zu stellen und uns mit uns selbst auszusöhnen, und anschließend auch mit anderen. Wie innen so außen. Und Frieden ist das Ziel. Keiner, der vom Kopf her beschlossen wurde, denn so funktioniert es nicht. Sondern ein ganzheitlicher. Und da wird Dahlke auch nicht müde das Peace-Food zu erwähnen. Seine Empfehlung ist also: Peace-Food, Bewegung, Schattenarbeit, Leidenschaft für das, was man tut, und weitere Talententwicklung. Ein Rundum-Paket also für ein gesundes, nachhaltiges und friedliches Leben. Ich hoffe sehr, dass er mit diesem Buch viele Menschen erreicht und zwar so, dass sie auch tatsächlich innerlich folgen und es nicht nur "vom Kopf her" gut finden. Dafür müssen sie aber auch ihre Haltung ändern und sich und andere als „Homo Bono“, wie Dahlke ihn nennt, also einen grundsätzlich guten Menschen entdecken und spüren. Im Anfang ist alles begründet: Und so führt Dahlke den Leser in die Anfänge der Menschheit, die eben nicht von Kriegen, Mordgelüsten und Machtspielchen geprägt war. Auch die jüngste Vergangenheit vor der Corona-Krise beschreibt er als gar nicht als soooo düster, wie sie von vielen empfunden wurde. Der Grund: die Medien. Mit den Medien geht Dahlke hart ins Gericht: „Only bad news are good news“. Dabei hätte es einiges zu berichten gegeben, was in den letzten Jahren vor der Corona-Pandemie besser wurde, z. B. die zurückgegangene Zahl der Hungertoten oder der Autounfallopfer. Dahlke empfiehlt Fasten, nicht nur in Bezug auf die Nahrung für den Körper, sondern auch für die Seele. Wandern, Waldbaden und Medienabstinenz. Jeder muss also zu sich selbst zurückkehren, um auch den Versuchungen und den vermeintlichen Segnungen widerstehen zu können, in welchem Gewand sie sich auch immer kleiden mögen. Im Milgram-Experiment ließen sich die meisten Teilnehmer von der Obrigkeit, die vorgab, im Sinne der Wissenschaft zu agieren, zu Sadismus verleiten. Dahlke belegt, dass das nicht die wahre Natur des Menschen spiegelt, sehr wohl aber seine Bereitschaft, sich zwecks Zugehörigkeit zu verbiegen und unter Druck setzen zu lassen. Der Weg zum Homo Bono führt also nicht an den Fragen der Ethik und der Integrität vorbei, egal ob beim Thema Medienkonsum, Nahrung oder Berufswahl.
Interessant fand ich ebenfalls Dahlkes Bekenntnis, dass er lange Zeit glaubte, dass der Mensch ein Mindestkorsett an Regeln braucht, um seinen Schatten in Zaum zu halten, und auch dass er lange Zeit das Experiment von Milgram als Beweis interpretierte, dass Menschen „böse Züge“ in sich tragen. Ich war etwas überrascht, ging ich doch davon aus, dass auch Dahlke davon ausgeht, dass der Mensch im Kern einen zuverlässigen inneren Kompass in sich trägt, der auf Empathie, Kooperation und Individualität ausgerichtet ist, der auch grundsätzlich reicht, es sei denn, er wird schon frühzeitig manipuliert und konditioniert, indem seine Zugehörigkeit in Frage gestellt wird. Nur deswegen beugten sich die meisten Milgram-Versuchspersonen der Autorität. Dass ihr innerer Kompass noch intakt ist, zeigen ihre vegetativen Symptome wie Zittern und Schwitzen. Umso erfrischender fand ich allerdings sein Bekenntnis und die neue, korrigierte Sichtweise.
Wer ein optimistisches Buch von Rüdiger Dahlke lesen will, ist hier also bestens bedient!

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